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Mobilität: sozial, ökologisch und barrierefrei

Rund um das Thema Verkehr drehte sich alles beim Informationstag der Vogelsberger LINKEN. Vormittags empfingen Stefan Klöppel, Leiter, und Gerhard Muth-Born, Chefplaner ZOV Verkehr, Linken-Abgeordnete unterschiedlicher Parlamente zu einem Informations- und Meinungsaustausch. Jörg Cezanne, Mitglied des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, Nicole Eggers, Direktkandidatin zur Landtagswahl, Dietmar Schnell und Rudi Kreich von der ZOV-Fraktion sowie Michael Riese, Kreistagsfraktionsvorsitzender, und Paul Weber, Kreisausschussmitglied, ließen sich in einem dreistündigen Gespräch die Überlegungen des Zweckverbands Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) zur bevorstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplanes erläutern,

Rund um das Thema Verkehr drehte sich alles beim Informationstag der Vogelsberger LINKEN. Vormittags empfingen Stefan Klöppel, Leiter, und Gerhard Muth-Born, Chefplaner ZOV Verkehr, Linken-Abgeordnete unterschiedlicher Parlamente zu einem Informations- und Meinungsaustausch. Jörg Cezanne, Mitglied des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, Nicole Eggers, Direktkandidatin zur Landtagswahl, Dietmar Schnell und Rudi Kreich von der ZOV-Fraktion sowie Michael Riese, Kreistagsfraktionsvorsitzender, und Paul Weber, Kreisausschussmitglied, ließen sich in einem dreistündigen Gespräch die Überlegungen des Zweckverbands Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) zur bevorstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplanes erläutern, stellten viele Fragen dazu und gaben erste Anregungen zu möglichen Verbesserungen, z.B. Schnellbuslinien nach Marburg, Treysa und Bad Hersfeld.

Einer Wiederinbetriebnahme der Bahnhöfe Wallenrod und Renzendorf standen die ZOV-Verkehrsexperten skeptisch gegenüber. Als besonders wichtig erachteten es alle Beteiligten, eine bessere Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger zu erreichen. Landtagsdirektkandidatin Nicole Eggers wies auf die wachsende Bedeutung sogenannter OnDemand-Dienste hin, die man dann (z.B. per App) bestellt, wenn man sie braucht. Gerade im ländlichen Raum ließen sich damit einige Probleme lösen. Der Kunde sei nicht an die festen Zeiten des Fahrplanes gebunden und die Busse würden nicht leer fahren, falls zufällig einmal keine Nachfrage besteht.

Nachmittags dann trafen sich DIE LINKEN mit Vertretern von Verkehrs- und Umweltschutzinitiativen zu einem Gespräch. Mira Aretz, Alsfeld minus Fremdenverkehr, Gerhard Kaminski, Verkehrsclub für Deutschland (VCD), und Philipp Balles, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nutzten die Gelegenheit aus ihrer Sicht die Situation des gegenwärtig geltenden Nahverkehrsplanes und der dahinter stehenden Verkehrspolitik zu beleuchten und zu kritisieren. Alle Anwesenden waren sich einig, dass es angesichts immer größerer Belastungen für Mensch und Umwelt unabdingbar sei, schnell eine Verkehrswende auf den Weg zu bringen. Zum motorisierten Individualverkehr müssten wirkliche Alternativen geschaffen werden. Eine intelligentere Nutzung und Verknüpfung der Verkehrsmittel wäre dazu notwendig, so Gerhard Kaminski.

Dazu brauche es insbesondere im ländlichen Raum aber neue Konzepte und ein völlig anderes Herangehen. MdB Jörg Cezanne schlug vor, die Subventionen für Diesel, Kerosin und andere Kraftstoffe zu streichen und die frei werdenden Mittel in einen attraktiveren und ökologischen öffentlichen Nah- und Fernverkehr einzubringen. Konkrete Vorschläge für den Nahverkehrsplan waren u.a. eine bessere zeitliche Abstimmung der Bahnen und Busse, eine Ausweitung der FahrradMitnahmemöglichkeiten und zeitnahe Umsetzung der Barrierefreiheit. „Die Reaktivierung der Haltestellen in Renzendorf und Wallenrod ist dabei ein wichtiger Schritt“, meint Philipp Balles. Auch die Fortsetzung einer S-Bahn-Linie vom RheinMain-Gebiet in den Vogelsberg könnte langfristig Pendler von den überfüllten Autobahnen auf die Schiene bringen und den Kreis deutlich attraktiver machen. In den kommenden Wochen werden Kreistags- und ZOV-Fraktionen weitere Vorschläge und Ideen daraufhin abklopfen, inwieweit sie geeignet sind, den Nahverkehrsplan zu verbessern. In einem zweiten Teil beschäftigte man sich mit der Verkehrspolitik allgemein und den besorgniserregenden Stickoxidwerten in Alsfelds Innenstadt. Eine Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie die Einführung von Tempolimits müssten nun schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Die Verlangsamung des Verkehrs hat für alle Teilnehmer Vorteile und vermindert die Emissionen. „Ein Drittel des hessischen Treibhausgasausstoßes geht auf das Konto des Verkehrs“, erklärte Dietmar Schnell abschließend, „wenn wir diese Welt noch retten wollen, müssen wir jetzt und hier damit beginnen.“ Für den Verkehrssektor heiße das gute Alternativen zum Auto anzubieten. Der ÖPNV habe das Potenzial dazu.